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Die Nachlese zum Ersten

Fiel wie eigentlich jedes Jahr schwer, reinzukommen: Zur Saisoneröffnung in der Allianz-Arena zwar extra alle Termine gecancelt, doch dann kam am späten Nachmittag doch noch der UPS-Mann und brachte das heißersehnte neue Laptop.

Folge: Hab mich nicht mal über das amerikanisierte Nationalhymne-Brimborium geärgert, weil ich viel zu beschäftigt war. Roy Makaays Gala hab ich folglich nur mit einem Auge mitbekommen. Der Mann war wirklich gut, hab ihn selten so aktiv gesehen. Dass aus ihm und Poldi im Laufe der Saison ein funktionierendes Päarchen wird, halte ich aber immer noch für ausgeschlossen.

Bayern gewinnt also recht souverän und sofort blökt der gleichgeschaltete Fußball-Boulevard wieder los. Sieger-Gen, Mia-san-mia-Gebrabbel usw. Dabei ist der psychisch notorisch labile BVB selbstverständlich der erwartet angenehme Gegner gewesen. Flotttes Spielchen, aber die Punkte blieben da. Dass der BVB in München je was gerissen hätten - ich kann mich genausowenig daran erinnern wie, dass die in den letzten Jahren überhaupt auch nur ein hochgejazztes Spiel gewonnen hätten.

Trotzdem hatten sie genausoviele und -gute Torchancen. Hängengeblieben ist bei mir, dass der von der solchen Stefan-Effenberg-Ismen bislang weitgehend freie Ralf Rangnick im DSF-Taktiknachklapp am Montagabend dann den üblen Tritt von Hasan Salihamidzic gegen Sebastian Kehl als entscheidende und womöglich den Unterschied ausmachende Bayern-Spezifik (ergo Erfolgsgarantie) benannte. Hat er ja sicher nicht unrecht, aber ob man derart Säuisches öffentlich affirmieren muss? Zu Rangnicks Image passt es jedenfalls überhaupt nicht.

Trotzdem ist das die erste Saison seit langem - genau genommen mindestens seit der Ernst-Happel-Ära beim HSV in den frühen Achtzigern - in der der FC Bayern den Experten nicht als Titelfavorit Nr. 1 gilt. Das ist Werder. Das 4:2 am Sonntag gegen gute 96er war schon ein vielversprechender Auftakt. Vor allem: Diego war sofort da. Für derzeitige Prognosen zum Saisonverlauf sicher die wichtigste Nachricht des 1. Spieltags. Nur der Micoud-Abgang sprach vor der Saison als objektives Argument gegen Werder - wenn Diego auch nur annähernd so weitermacht, gibt es jedoch keines mehr.

Hinter den beiden Liga-Platzhirschen scheint mir alles offen. Schalke und der HSV folgen in der öffentlichen Wertschätzung üblicherweise - den HSV sehe ich da aber überhaupt nicht. Bei aller nicht zu leugnenden Begabung: Wie soll ein Windei wie Rafael van der Vaart das Personality-Vakuum füllen, das Daniel van Buyten und Sergej Barbarez hinterlassen haben? Das gibt Probleme, zeichnet sich auch bereits ab. Schalke hat sicher mehr Potential, aber mit Mirko Slomka wird das auch nix. Leverkusen wird nach dem 3:0 über die hochgepäppelte Aachener Zweitligatruppe neuerdings viel gehandelt - könnte passieren, wobei ich mit immer noch nicht vorstellen kann, wie Michael Skibbe und Neuzugang Barabarez konfliktfrei eine Saison zusammen aushalten sollen.

Positiv überraschen werden in diesem Jahr Nürnberg und Frankfurt - da bin ich mir recht sicher.
16.8.06 00:11


Die Nachlese zum Ersten - plus1

Nürnberg wird positiv überraschen, sagte ich gestern. Da wußte ich noch nicht, dass sich Robert Vittek - zweifellos der beste Bundesliga-Angreifer des letzten halben Jahres - im Länderspieleinsatz verletzt hat. Nun fällt er für sechs Wochen aus.
16.8.06 17:49


UNSEEN: The 1st post-klinsi Appearance of the DFB-Kickers

3:0 gegen matte Sveriges - so unerwartet kam das nicht. War ja nur ne Ersatzmannschaft. Bin lieber selber sporteln gewesen und habs mir nicht angeschaut, aber dass ausgewiesene Okay-Typen wie Miro Klose und Bernd Schneider so ein Spiel rocken, ist doch pfundig.

Beide sind profilierte und völlig undisputete Kollektivkicker, wie es nur ganz wenige gibt. Kaum Egomanie, keine Brutalo-Erfolgs-Brechstangen-Herrenmenschentreter a la Effenberg, Basler oder Kahn. Mit den Herren Negri/Haardt könnte man da ja glatt die These aufspinnen, der dem kapitalistischen System immanente Sieg der kollektivistischen Gegenkräfte sei bereits voll Kanne am Dampfen. Klose wie Schneider repräsentieren beide alles andere als das charismatische und durch und durch phallische Eroberer-Subjekt, das sich ein Fußballspiel mittels herrischer und symbolhafter Gesten unterwirft. Beide spielen Fußball - mit dem Ball und ihren Mitspielern, nicht auf Kosten von irgendwem anders (Hallo Lukas Podolski).

Keine ego-generierende Effekthascherei, nur reine und vor allem angewandte Ästhetik und Funktionalität - das ist die Spielweise der beiden. Michael Ballack - der heute abwesede Halb-Charismatiker im DFB-Team - tut das übrigens genau genommen ebenso. Bestimmte symbolhafte Verhaltensweisen (das kleine bißchen Schlägertypenhaftigkeit, das er sich inzwischen zugelegt hat) eignete er sich nur aufgrund medialer und der FC Bayern-immanenten Nachfrage an. Allerdings nur in der Variante einer diesbezüglichen Pseudo-Performance. Weil er genau dies ebenfalls erkannte, meinte übrigens ein Kalle Rummenigge, mit Ballack würde man nur "einen torgefährlichen Mittelfeldspieler" beim FC Bayern verlieren.

Vor allem jedoch gilt heute Abend: Mucho Congrats, Schnix!
17.8.06 02:05


Die Nachlese zum 2.

Die Liga geht ihren geregelten Weg - so könnte man knapp den 2. Spieltag umreißen. Kaum wirklich Überraschendes, sieht man vielleicht vom VfB-Erfolg in Bielefeld ab.

Bremens Diego als exponiertester Einzelkicker, auch der Portugiese Almeida (2. Tor im 2. Spiel) scheint ins Werder-Gefüge zu passen. Mich erinnert er etwas an Adriano, Klasnic hat nun jedenfalls schon gehörig Druck. Mal sehn, wer da nächste Woche aufläuft. Der äußerst hart erarbeitete Werder-Heimsieg gegen Bayer unterstrich nur, dass mit Leverkusen in diesem Jahr im Rennen um Platz 3 wohl zu rechnen sein wird. Barbarez und Kießling treffen zwar beide noch nicht die Hütte, doch in puncto Spielverständis sieht das schon sehr gut aus. Zudem hat sich Rolfes zu einem der spielstärktsten 6er der Liga entwickelt. Mit Schneider und Barnetta bildet er ein Klassemittelfeld.

Das ziemliche HSV-Chaos war abzusehen, nach dem sportlich nicht nachvollziehbaren Boulahrouz-Abgang hängt für den Club nun bereits wirklich alles am CL-Quali-Spiel am Dienstag in Pamplona. Dessen Ausgang wird - so oder so - erst einmal eine Struktur der weiteren Vorgänge beim HSV abgeben. Dass mit Boulahrouz und van Buyten das absolute HSV-Herzstück mit wehenden Fahnen und beide vollkommen ohne auch nur mit der Wimper zu zucken den Club verließ, wirft auch noch einmal ein anderes Licht auf die Person Thomas Doll. Ich hatte an dem ja anfangs große Zweifel, hielt ihn für einen nur mit gutem Medienberater ausgestatteten und bestens PR-gecoachten Schaumschläger. Schon als noch als aktiver Spieler war Doll zwar stets ein offener und forscher Typ, hatte aber letztlich intellektuell und in Sachen Personality nur mäßig viel auf dem Kasten. Das klinsmanneske Modernisierungs-Image konnte er während des sportlichen Erfolgs der letzten Sasion mühelos öffentlich durchexerzieren. Jetzt hat man den Eindruck, dass seine mannschaftsinterne Personalführung doch gravierende Mängel haben muß - anders sind die Abgänge der beiden zentralen Defensivspieler (die beim in der letzten Saison eher von seiner verlässlichen Abwehr, denn großem Offensiv-Esprit lebenden HSV praktisch unersetzbar sein werden) kaum zu begreifen.
20.8.06 19:50


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