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The State of the Liga - 01.10.06

Nein, immer noch absolut keine Konturen sichtbar. Fast schon peinlich berührt wirkt Hans Meyer, wenn er schon zum wiederholten Male nach einem gerade eben so ergurkten Remis darauf hingewiesen wird, der Club sei immer noch Tabellenführer. Ein Erlebnis, das sich die Nürnberger derzeit im Wochentakt mit Hertha BSC teilen. Deren heutiges Heim-2:2 gegen den auswärtsstarken VfB reichte, um mit schlappen 10 von 18 möglichen Punkten sich in der anstehenden Länderspielpause die Liga von oben anschauen zu können.

Starke Liga vs. schwache Liga - das ist also die Frage, die man in dieser Woche allenthalben beschwadronieren wird. Weder noch, scheint mir die einzig adäquate Antwort zu lauten. Die Spitzenteams (da haben die mosernden Bayern-Allgewaltigen durchaus Recht) kämpfen mit Post-WM-Phänomenen, zudem wird der sich gerade allmählich einstellende Ligafluß nun bereits von der zweiten längeren Länderspielpause unterbrochen. Dieser Rahmenterminplan ist jedenfalls merkwürdig.

Mit dem 2:2 des HSV bei der Eintracht erlebte ich gestern mein erstes Stadionspiel der Saison. Matte erste Hälfte mit Vorteilen für den HSV, Frankfurter Führung mit der ersten Chance durch den diesmal guten Alex Meier. Kurz vor und nach der Pause zwei Lattenfreistöße des HSV. Gerade als man dachte, die Eintracht bekäme das Spiel in den Griff, glichen die Gäste durch Ljuboja nach fürchterlichem Stellungsfehler der Deckung (Cimen, Vasoski) aus. Amanatidis schlug schnell zurück und die Eintracht blieb am Drücker. Aus heiterem Himmel der abermalige Ausgleich, nachdem sich der eingewechselte Guerrero gegen Cimen (da sah der Nachwuchsmann ganz schlecht aus) durchsetzte. Sanogo traf per Kopf, auch weil sich sein Gegenspieler Kyrgioakos blöderweise dem von der Torauslinie flankenden Guerrero zugewandt hatte. Der griechische Innenverteidiger der Frankfurter hat eine körperliche Präsenz und eine Zweikampfstärke, wie ich sie selten gesehen habe. In puncto taktischem Verständnis und Spielintelligenz knüpft er jedoch mühelos an einen kultisch verehrten Dilettanten wie Uwe Bindewald an. Gegen Ende vergaben Thurk (der muss eigentlich rein) und Takahara (Direktabnahme, kein Vorwurf) den möglichen Eintracht-Erfolg. Erstmals in dieser Saison, so schien es mir fast, hatte uns in der Schlußphase das bislang so zuverlässige Dusel verlassen.

Das Spiel sah ich im Unterrang West, also der Eintracht-Fankurve. Nach jahrelangem ausschließlichem Besuch der Pressetribüne war ich darauf sehr neugierig. Fazit jedoch: Ich hatte es mir viel lauter und ekstatischer vorgestellt. An der Dramaturgie des Spiels kann es nicht gelegen haben, die war top. Der ganze geshoutete Support schien mir eher für ein Publikum gemacht und auch nur zu funktionieren, das sich in mindestens 50 Metern Entfernung befindet. Vielleicht wirkte das auch alles nur so mau, weil mich in den letzten Tagen sowieso der Verdacht beschlichen hat, dass man sich im Eintracht-Umfeld gerade allzusehr am Erreichen der UEFA-Cup-Gruppenphase labt.

Mit einem Sieg und fünf Remis steht man jetzt im vorderen Mittelfeld. Ungeschlagen, wie man gerne betont. Das stimmt zwar, und das bisherige Programm war auch nicht gerade von Pappe, aber dass man mit gehäuften Unentschieden nicht allzu weit kommt, ist seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel eigentlich eine Binsenweiheit. Mit ihrer nach wie vor nur schwer einzuschätzenden Bilanz ist die Eintracht jedoch derzeit ein Spiegelbild der gesamten Liga.
1.10.06 23:37


The State of the Liga - plus1

Ergänzen wollte ich nach kurzem Kneipendisput noch, dass ich es überhaupt nicht verstehe, warum die Arien ob der HSV-Krise nach dem 2:2 in Frankfurt munter weitergesungen werden. Das ist dann wohl wirklich nicht mehr als eine sich verselbständigt habende Medialität, die halt stets zum grellsten Pol, aka dem Supergau, der hier nur Doll-Rauswurf heißen kann, hin flieht. Der Zwang zur großen Erzählung rules. Klar, man hat zum x-ten Male wieder nicht gewonnen. Aber: Ein Punkt, zumal stark erstzgeschwächt, bei einem aufstrebenden Mittelfeldteam, das zudem gerade auch einen Lauf hat - was gibts denn da viel zu meckern?
2.10.06 01:59


Dumm tritt nach

„Dumm kickt gut“ – hätte es das Bonmot nicht schon zuvor gegeben, man hätte es für Lukas Podolski erfinden müssen. Derzeit tappt der Kölsche Jong mit dem schlichten Gemüt aber auch in alle Fettnäpfchen. Spätestens seit der WM befindet sich sein Stern in rapidem Sinkflug.

Dort von weltfremden FIFA-Funktionären noch zum besten Nachwuchsspieler gewählt, hat Podolski inzwischen beim FC Bayern einen Stammplatz auf der Bank. Schon bei der WM wurde der fußballerisch kaum teamfähige Ego-Shooter letztlich nur von Miroslav Klose durchgeschleppt. Wer genau aufpasste und sich der verordneten nationalen Dumpfbackigkeit verweigerte, konnte das nicht übersehen. Dumm, um im Bild zu bleiben, kickte plötzlich gar nicht mehr gut.

Trotzdem stellte ihm Bundestrainer Joachim Löw („Im Profi-Bereich brauchst du schon einen intellektuellen Hintergrund. Gute Spieler hinterfragen Übungen beim Training“) noch vergangene Woche einen Freifahrtschein aus. Die 48. Minute im sonnabendlichen Testspiel gegen Georgien könnte auch dieses letzte ruhige Hinterland gekostet haben. Nach „saudummem“ (so Podolskis Hauspostille Bild) Nachtreten sah er Rot. Zuvor standen nur zwei an Harmlosigkeit kaum zu übertreffende Schußversuche und ein einziges unfallfrei ausgeführtes Zuspiel zu Mike Hanke zu Buche.

Am 2:0-Erfolg der DFB-Kicker hatte Podolski keinerlei Anteil. Mit Bastian Schweinsteiger und Michael Ballack trafen die beiden besten Spieler des Abends ins Tor. Löw hatte den Stammkräften Torsten Frings, Bernd Schneider, Phillip Lahm, Jens Lehmann und Miroslav Klose eine Pause verordnet – angesichts weiterer Verletzten schlug sich das B-Team gegen die international drittklassigen Wilis, Nadzes und Nidzes ganz passabel. Von den reichlich Debütanten überzeugte vor allem der Bremer Clemens Fritz, einst aus der Jugend von RW Erfurt hervorgegangen. Er dürfte auch am Mittwoch in der Slowakei (parallel 5:1-Sieger in Wales) wieder auflaufen.

Lukas Podolski könnten dagegen unruhige Tage bevorstehen. Zwar sperrt ihn die FIFA nur für Freundschaftsspiele, doch beim wird ihn FC Bayern ein erheblich verschnupfter Cheftrainer erwarten. Knapp zwei Monate ließ sich die Süddeutsche Zeitung (zum kompletten Interview Zeit, bis man sich endlich den Spaß gönnte, den arg unbedarften Podolski quasi am Nasenring durch die Münchner Fußballöffentlichkeit herumzuführen. Jetzt bat man ihn zum Interview. Ein Meisterwerk und Schurkenstück, das den Druck auf Felix Magath erhöht.

„Mit Miroslav Klose spiele ich halt schon längere Zeit zusammen und wir haben im Training eben viel gelernt mit Jürgen Klinsmann und Jogi Löw. Wie wir uns bewegen, wie wir laufen sollen, das Taktische“, sagt da der Karnevalsprinz a.D. „Macht das Felix Magath auch?“, fragt die SZ nach. Antwort: „Das haben wir bis jetzt, glaube ich, noch nicht gemacht“. Ach so ist das! Wie sagte doch Joachim Löw: „Im Profi-Bereich brauchst du schon einen intellektuellen Hintergrund. Gute Spieler hinterfragen Übungen beim Training“. Dass Podolski im nächsten Bundesligaspiel dabei ist, scheint angesichts dessen allerdings mehr als utopisch. Unter Felix Magath gilt dann also wohl erst einmal: Dumm kickt gar nicht.
8.10.06 12:26


Roll over Slowakia

Onkel Miro sei dank. Kaum steht der wieder neben Klein-Poldi auf dem Rasen, macht Klein-Poldi keinen Unsinn mehr, sondern fängt an zu laufen. Und Onkel Miro weiß genau, wie er ihm den Ball auflegen muss, damit Klein-Poldi nur noch das tun muss, was er am besten und irgendwie auch als einziges kann: das Ding ins Tor schießen.

So geschehen am Mittwochabend in Bratislava. Zweimal sogar. Mit 4:1 schlug das Nationalteam in der EM-Qualifikation mit einer Galavorstellung die als äußerst unbequem geltenden Slowaken um die beiden Nürnberger Angreifer Robert Vittek und Marek Mintal. Was das Team von Bundestrainer Joachim Löw dabei in der ersten Halbzeit ablieferte, war schlichtweg perfekter Fußball.

Ich kann mich kaum daran erinnern, eine DFB-Mannschaft gegen einen ernstzunehmenden Gegner jemals derart dominant und souverän erlebt zu haben. Das 3:0 nach Toren von Lukas Podolski (nach formidabler Klose-Vorarbeit), Michael Ballack und Bastian Schweinsteiger („Ich schätze unser Spiel heute sehr hoch ein.“) schmeichelte den Slowaken sogar noch.

Zweikampfverhalten, Spielgeschwindigkeit, Ballzirkulation – nur vom Allerfeinsten tischte die DFB-Auswahl auf. Angeführt vom bärenstarken Michael Ballack gelang einfach alles. Sogar der vielgescholtene Ego-Shooter Lukas Podolski beteiligte sich phasenweise produktiv am Mannschaftsspiel. Das kleine bißchen Tiefschlaf nach der Pause, als die Slowaken durch Stanislav Varga zum zwischenzeitlichen 1:3-Anschlußtreffer kamen, tritt bei derartiger Dominanz fast schon zwangsläufig ein. Nicht einmal Löw („Imponierend, was meine Mannschaft geboten hat.“) zürnte den Seinen nach dem Abpfiff dafür. Zumal man umgehend wieder einen Gang hoch schaltete: Ballack brüllte plötzlich harsch auf dem Platz herum, Torsten Frings ging wieder in die Zweikämpfe, Onkel Miro legte schließlich noch einmal für Klein-Poldi auf – das 4:1 entschied nach einer guten Stunde.

Unschönes spielte sich dagegen auf den Rängen ab. In der Halbzeit und noch einmal kurz vor dem Abpfiff herrschte plötzlich mächtig Bewegung im einen der beiden deutschen Fanblocks, der jeweils von slowakischen Polizeikräften gestürmt wurde. Zu den fünf Festnahmen deutscher Hooligans im Stadion kamen in der darauffolgenden Nacht weitere 42 hinzu, nachdem diese in der Innenstadt Bratislavas randalierten. Bereits im Vorfeld hatten DFB und bundesdeutsche Behörden vor angekündigten Hooligan-Aufläufen gewarnt. Feiern ließen sich die DFB-Kicker nach dem Abpfiff nur vor dem Fanblock, in dem es keinen Polizeieinsatz gegeben hatte. „Auf der einen Seite standen die richtigen Fans, auf der anderen die falschen“, erklärte Lukas Podolski. Dass diese „richtigen“ Fans bewaffnet mit Reichskriegsflaggen fast die komplette 2. Halbzeit mit dem Absingen der Nationalhymne gestalteten, rundet jedoch das Bild genauso ab, wie die am Donnerstagvormittag verbreitete sid-Meldung, dass es auch auf der Haupttribüne zu Schlägereien gekommen sei.
12.10.06 11:00


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