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An der Taktikfront

Auch mit zwei Tagen Abstand beschäftigt mich immer noch die taktisch-strategische Meisterleistung von Arminia Bielefeld am Samstag. Inzwischen ist mir dazu die These eingefallen, dass die Bielefelder Spielweise beim 3:0 in Frankfurt ziemlich jener nahekam, mit der es die Franzosen und Italiener bei der WM bis ins Endspiel gebracht haben. Zwar agierte die Arminia mit zwei statt nur einem Stürmer, doch wie im Defensivverhalten die Räume eng gemacht und jegliches Offensivpassspiel des Gegners komplett verunmöglicht wurde, scheint mir davon gar nicht weit entfernt. Für die defensive Grundausrichtung ist die Frage, ob nun einer oder zwei Angreifer auf dem Platz stehen, ohnehin nicht allzu wichtig.

Der Faden lässt sich sogar noch etwas weiter spinnen. Dass der zeitgenössische State of the Art des Fußballspielens defensiv geprägt ist, zeigte neben der WM (trotz der Ausnahme des DFB-Teams) auch schon die letzte Champions League-Saison mit den enervierenden 0:0-Spielen ab dem Viertelfinale. Jose Mourinho und der FC Chelsea stehen gleichfalls dafür. Im Bundesligakontext scheint mir nun in dieser Saison diese Spielweise am ehesten von Underdog-Mannschaften wie Bielefeld, Cottbus oder Frankfurt öfter mal erfolgreich praktiziert zu werden. Durch die Bank Teams, von denen man zumindest in den meisten Spielen kein dominantes Auftreten auf dem Rasen, kein spielerisches Spektakel und keinen Offensivfußball erwartet. Bis auf Werder tun sich zudem alle Spitzenclubs mit der öffentlich von ihnen nachgefragten spielerischen Dominanz und verlangten Offensivstrategie sehr häufig schwer. Selbst die eklatante Heimschwäche eines potentiellen UEFA-Cup-Kandidaten wie des BVB könnte da begründet liegen, die Art und Weise, wie der BVB zuletzt in Bremen gewann jedoch ebenso.

Erweiterte These wäre also, dass zeitgenössische Defensivspielweisen als strategische Handlungstools für auf dem Papier schwächere Teams zur Verfügung stehen, während auf dem Papier stärkere Teams aufgrund öffentlicher Erwartungshaltung (Fans, Umfeld, Medien, Selbsteinschätzung) zunehmend Probleme haben, ein Spiel quasi aus der Offensivposition heraus zu gewinnen. Dies stützen könnte die Beobachtung der sich momentan häufenden Auswärtssiege.
Folge wäre eine tendenzielle Nivellierung der Leistungsunterschiede in der Liga. Zumindest dies scheint mir im bisherigen Saisonverlauf unzweifelhaft der Fall zu sein.

Natürlich ist dieser Gedanke zunächst einmal nicht mehr als ein Schnellschuß, für den derzeit allerdings reichlich verifizierende Beobachtungen möglich sind. Muss man mal ein paar Wochen drauf achten.
14.11.06 00:18
 


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