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Was ist grün und stinkt nach ... Kaninchen?

Bereits eine halbe Stunde vor Spielbeginn hatte sich der stämmige Typ vor der Sportbar aufgebaut: „Ihr kommt hier nicht mehr rein“. Der Laden war längst brechend voll. Werder in Barcelona – keine Frage: der Abschluss der Champions League-Vorrunde war das meist beachtete Fußballspiel seit der WM.

Werder, das ist die aktuell stärkste Bundesliga-Mannschaft. Werder, das ist zudem das einzige Team, das in der Liga mit Offensivfußball begeistern kann. Wenn es ein Bundesligateam gibt, dessen Spielweise etwas von der Frische der Klinsmannschen DFB-Kicker bei der WM transportiert, dann sind es die Bremer. Dieses Werder beim amtierenden CL-Titelverteidiger - man witterte, da könnte etwas gehen. Doch der Traum währte nur wenige Minuten. Vor knapp 100.000 Zuschauern merkte man schnell, dass sich Werder allzu bereitwillig in die Rolle des Kaninchens vor der Schlange fügte.

„Wir haben die Angst nicht abgelegt“, räumte Miroslav Klose ein. Ein Geniestreich Ronaldinhos erledigte den Rest: Einen Freistoß schob er aus 20 Metern flach (!) unter der hochspringenden Bremer Mauer hindurch ins Tor. Eidur Gudjohnson traf kurz darauf zum 2:0, eine gute Viertelstunde war erst gespielt. „Da war unser Job bereits erledigt“, erklärte der Isländer.

Eine Mischung aus Hasenfüßigkeit und taktisch-technischer Unterlegenheit nahm den Bremern alle Chancen. Frappant, wenn man sah, dass ein Werder-Akteur zur Ballannahme mindestens 30 Prozent mehr Raum benötigt als sein Barca-Pendent. Frappant, wenn man sah, wie sich die Bremer mühten, bei Ballverlust schleunigst alle zwischen Ball und eigenes Tor zu gelangen. Barcas Mittelfeld umzingelte dagegen im umgekehrten Fall den ballführenden Bremer von allen Seiten. Frappant, wie Barca dem Gegner die Spielweise aufzwang. Die schwachen Außenverteidiger Clemens Fritz und Pierre Wome wurden defensiv gebunden, da im Bremer Mittelfeld die Außenpositionen prinzipiell verwaist sind, blieb nur der Weg durch die Mitte. Doch der war trotz Diegos Ballsicherheit vernagelt. Die strategische Bedeutung eines so limitierten Spielers wie David Odonkor kam einem wieder in den Sinn. Genau dieses fußballerische Modul fehlte Werder.

Hinzu kam das in unzähligen nationalen Fernduellen mit dem FC Bayern kultivierte Phänomen der Zaghaftigkeit. Torsten Frings und Miroslav Klose, die potentiellen Anführer, boten wie so oft gegen große Teams nur Magerkost und Mitläufertum. Dazu passend: Die erste Gelbe Karte handelte sich Werder nach 70 Minuten ein – bei dem Spielverlauf ein absolutes Unding.

Ein Umbruch ist währenddessen in Europas Fußball-Beletage nach der WM nicht in Sicht. Vier englische sowie je drei spanische und italienische Teams stehen im Achtelfinale. Der Bundesligafußball (siehe auch das Desaster im UEFA-Cup) ist dagegen international nicht mehr konkurrenzfähig. Daran ändert auch das Weiterkommen des FC Bayern in einer schwachen Gruppe nichts. Überraschungen blieben derweil aus, dominante Clubs wie etwa im Vorjahr Barcelona und der FC Chelsea kristallisierten sich nicht heraus. Womöglich schlägt in dieser Saison endlich die Stunde von Olympique Lyon, zwar nicht mit den stärksten Einzelspielern ausgestattet, aber zweifellos das homogenste Kollektiv Europas.
7.12.06 11:27
 


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