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+++ DFB-Kicker

Jogi im Tiefflug über Zypern

Elf verstörte Männer mittleren Grades – damit endete am Mittwochabend in Nikosia das einstige Sommermärchen des Jahres 2006. Auf dem griechischen Teil der Mittelmeerinsel Zypern wurde die Erfolgsgeschichte der DFB-Kicker unter ihrem Chefjogi mit einem kargen 1:1 rüde gebremst. Der Wortmann ließ sich schon gar nicht mehr blicken. Dagegen feierte die legendäre Rede des Hanauer Arbeitersohns Rudolf Völler von den Kleinen, die wo es gar nicht mehr gibt, ein herzhaftes Deja vu. Und „Zyprioten“, das bewies der letzte EM-Qualifikationskick des Jahres eindrucksvoll, sind sowieso längst passé.

Herzhaft war es, wie die „Zyperer“ - so ZDF-Kommentator Bela Rethy in korrekter Formulierung gemäß der aktuellen Richtlinien des Auswärtigen Amtes - in die Zweikämpfe gingen. Mit beherzten Attacken gen Knöchel der DFB-Kicker verschafften sie sich bereits vor der Halbzeit mächtig Respekt. Der nur sparsam mit dem Gelben Karton hantierende schwedische Referee Fröjdfeldt spielte ihnen dabei zusätzlich in die Hände. Die frühe Führung nach einem Weitschuß von Michael Ballack verlieh den elf Jogi-Eleven dagegen überhaupt keine Sicherheit. „Wir sind immer zu spät in die Zweikämpfe gekommen, uns hat die notwendige Aggressivität gefehlt, um gegen die Zypriotis zu bestehen“, analysierte der Bremer Clemens Fritz, neben Ballack und dem brav innenverteidigenden Berliner Arne Friedrich noch der stärkste DFB-Kicker.

Vollkommen von der Rolle präsentierte sich dagegen in Nikosia die komplette vom Chefjogi aufgestellte Angriffsabteilung. Miroslav Klose, Oliver Neuville und der später eingewechselte Mike Hanke verzeichneten nicht einen einzigen Torschußversuch auf das Gehäuse der Zyprianer. Nachdem Giannakos Okkas schon kurz vor der Pause mit schönem Volleyschuß ausgeglichen hatte – Ersatztorwart Timo Hildebrand sah wie so oft an diesem Abend gar nicht gut aus -, waren es lediglich der ansonsten allerdings entsetzlich schwache Bastian Stehgeiger und Ballacks diverse Köpfelversuche, die in der ziemlich wirren 2. Hälfte noch für Gefahr sorgten. Die Zypretten hatten dagegen großes Pech, dass ihnen ein regulärer Treffer wegen angeblichem Abseits nicht anerkannt wurde.

„Wir müssen auch einmal damit leben, nur unentschieden zu spielen. Die Spieler hatten heute nicht die Frische“, beschied der Chefjogi recht salbungsvoll und nur wenig angefressen nach dem Abpfiff. In der Tat: Die Art und Weise, wie sich beispielsweise ein inzwischen längst zur Kategorie Weltklassespieler gehörender Kicker wie Philipp Lahm immer wieder von namenlosen Zypriosen überlaufen ließ, lässt keinen anderen Schluß zu. Nichtdestotrotz übernahm die DFB-Auswahl mit dem Remis in Nikosia die Führung in ihrer Qualifikationsgruppe. Gemeinsam mit den spielfreien Tschechen, auf die man im März 2007 als nächsten Gegner trifft, weist man 10 Punkte auf, erst mit gehörigem Abstand folgen die Slowakei (6), Irland (4) und schließlich die Zypriansen (4).
16.11.06 11:45


Roll over Slowakia

Onkel Miro sei dank. Kaum steht der wieder neben Klein-Poldi auf dem Rasen, macht Klein-Poldi keinen Unsinn mehr, sondern fängt an zu laufen. Und Onkel Miro weiß genau, wie er ihm den Ball auflegen muss, damit Klein-Poldi nur noch das tun muss, was er am besten und irgendwie auch als einziges kann: das Ding ins Tor schießen.

So geschehen am Mittwochabend in Bratislava. Zweimal sogar. Mit 4:1 schlug das Nationalteam in der EM-Qualifikation mit einer Galavorstellung die als äußerst unbequem geltenden Slowaken um die beiden Nürnberger Angreifer Robert Vittek und Marek Mintal. Was das Team von Bundestrainer Joachim Löw dabei in der ersten Halbzeit ablieferte, war schlichtweg perfekter Fußball.

Ich kann mich kaum daran erinnern, eine DFB-Mannschaft gegen einen ernstzunehmenden Gegner jemals derart dominant und souverän erlebt zu haben. Das 3:0 nach Toren von Lukas Podolski (nach formidabler Klose-Vorarbeit), Michael Ballack und Bastian Schweinsteiger („Ich schätze unser Spiel heute sehr hoch ein.“) schmeichelte den Slowaken sogar noch.

Zweikampfverhalten, Spielgeschwindigkeit, Ballzirkulation – nur vom Allerfeinsten tischte die DFB-Auswahl auf. Angeführt vom bärenstarken Michael Ballack gelang einfach alles. Sogar der vielgescholtene Ego-Shooter Lukas Podolski beteiligte sich phasenweise produktiv am Mannschaftsspiel. Das kleine bißchen Tiefschlaf nach der Pause, als die Slowaken durch Stanislav Varga zum zwischenzeitlichen 1:3-Anschlußtreffer kamen, tritt bei derartiger Dominanz fast schon zwangsläufig ein. Nicht einmal Löw („Imponierend, was meine Mannschaft geboten hat.“) zürnte den Seinen nach dem Abpfiff dafür. Zumal man umgehend wieder einen Gang hoch schaltete: Ballack brüllte plötzlich harsch auf dem Platz herum, Torsten Frings ging wieder in die Zweikämpfe, Onkel Miro legte schließlich noch einmal für Klein-Poldi auf – das 4:1 entschied nach einer guten Stunde.

Unschönes spielte sich dagegen auf den Rängen ab. In der Halbzeit und noch einmal kurz vor dem Abpfiff herrschte plötzlich mächtig Bewegung im einen der beiden deutschen Fanblocks, der jeweils von slowakischen Polizeikräften gestürmt wurde. Zu den fünf Festnahmen deutscher Hooligans im Stadion kamen in der darauffolgenden Nacht weitere 42 hinzu, nachdem diese in der Innenstadt Bratislavas randalierten. Bereits im Vorfeld hatten DFB und bundesdeutsche Behörden vor angekündigten Hooligan-Aufläufen gewarnt. Feiern ließen sich die DFB-Kicker nach dem Abpfiff nur vor dem Fanblock, in dem es keinen Polizeieinsatz gegeben hatte. „Auf der einen Seite standen die richtigen Fans, auf der anderen die falschen“, erklärte Lukas Podolski. Dass diese „richtigen“ Fans bewaffnet mit Reichskriegsflaggen fast die komplette 2. Halbzeit mit dem Absingen der Nationalhymne gestalteten, rundet jedoch das Bild genauso ab, wie die am Donnerstagvormittag verbreitete sid-Meldung, dass es auch auf der Haupttribüne zu Schlägereien gekommen sei.
12.10.06 11:00


Dumm tritt nach

„Dumm kickt gut“ – hätte es das Bonmot nicht schon zuvor gegeben, man hätte es für Lukas Podolski erfinden müssen. Derzeit tappt der Kölsche Jong mit dem schlichten Gemüt aber auch in alle Fettnäpfchen. Spätestens seit der WM befindet sich sein Stern in rapidem Sinkflug.

Dort von weltfremden FIFA-Funktionären noch zum besten Nachwuchsspieler gewählt, hat Podolski inzwischen beim FC Bayern einen Stammplatz auf der Bank. Schon bei der WM wurde der fußballerisch kaum teamfähige Ego-Shooter letztlich nur von Miroslav Klose durchgeschleppt. Wer genau aufpasste und sich der verordneten nationalen Dumpfbackigkeit verweigerte, konnte das nicht übersehen. Dumm, um im Bild zu bleiben, kickte plötzlich gar nicht mehr gut.

Trotzdem stellte ihm Bundestrainer Joachim Löw („Im Profi-Bereich brauchst du schon einen intellektuellen Hintergrund. Gute Spieler hinterfragen Übungen beim Training“) noch vergangene Woche einen Freifahrtschein aus. Die 48. Minute im sonnabendlichen Testspiel gegen Georgien könnte auch dieses letzte ruhige Hinterland gekostet haben. Nach „saudummem“ (so Podolskis Hauspostille Bild) Nachtreten sah er Rot. Zuvor standen nur zwei an Harmlosigkeit kaum zu übertreffende Schußversuche und ein einziges unfallfrei ausgeführtes Zuspiel zu Mike Hanke zu Buche.

Am 2:0-Erfolg der DFB-Kicker hatte Podolski keinerlei Anteil. Mit Bastian Schweinsteiger und Michael Ballack trafen die beiden besten Spieler des Abends ins Tor. Löw hatte den Stammkräften Torsten Frings, Bernd Schneider, Phillip Lahm, Jens Lehmann und Miroslav Klose eine Pause verordnet – angesichts weiterer Verletzten schlug sich das B-Team gegen die international drittklassigen Wilis, Nadzes und Nidzes ganz passabel. Von den reichlich Debütanten überzeugte vor allem der Bremer Clemens Fritz, einst aus der Jugend von RW Erfurt hervorgegangen. Er dürfte auch am Mittwoch in der Slowakei (parallel 5:1-Sieger in Wales) wieder auflaufen.

Lukas Podolski könnten dagegen unruhige Tage bevorstehen. Zwar sperrt ihn die FIFA nur für Freundschaftsspiele, doch beim wird ihn FC Bayern ein erheblich verschnupfter Cheftrainer erwarten. Knapp zwei Monate ließ sich die Süddeutsche Zeitung (zum kompletten Interview Zeit, bis man sich endlich den Spaß gönnte, den arg unbedarften Podolski quasi am Nasenring durch die Münchner Fußballöffentlichkeit herumzuführen. Jetzt bat man ihn zum Interview. Ein Meisterwerk und Schurkenstück, das den Druck auf Felix Magath erhöht.

„Mit Miroslav Klose spiele ich halt schon längere Zeit zusammen und wir haben im Training eben viel gelernt mit Jürgen Klinsmann und Jogi Löw. Wie wir uns bewegen, wie wir laufen sollen, das Taktische“, sagt da der Karnevalsprinz a.D. „Macht das Felix Magath auch?“, fragt die SZ nach. Antwort: „Das haben wir bis jetzt, glaube ich, noch nicht gemacht“. Ach so ist das! Wie sagte doch Joachim Löw: „Im Profi-Bereich brauchst du schon einen intellektuellen Hintergrund. Gute Spieler hinterfragen Übungen beim Training“. Dass Podolski im nächsten Bundesligaspiel dabei ist, scheint angesichts dessen allerdings mehr als utopisch. Unter Felix Magath gilt dann also wohl erst einmal: Dumm kickt gar nicht.
8.10.06 12:26


Kick it like the San Marinesen

Ob Oliver Bierhoff wohl nachmittags in alertem Marktschreier-Idiom Heizdecken an die Männer gebracht hat? Oder hieß der Drahtzieher dieser ominösen Bustour etwa Hans-Dieter Flick? Ging es vielleicht um drittklassige Messersets? In jedem Fall muß es sehr spezielle Gründe gegeben haben, daß der DFB seine komplette Nationalmannschaft für einige Tage gen San Marino abkommandierte. Das lockere Spielchen, das Joachim Löw für den Abend angesetzt hatte, kann es kaum gewesen sein. Es wurde mit 13:0 gewonnen. Höchster DFB-Auswärtssieg aller Zeiten.

Angeführt vom abermals überragenden Bernd Schneider lieferten die DFB-Kicker in ihrem zweiten EM-Qualifikationsspiel bestenfalls ein hübsches Bewerbungsvideo für künftige Beach-Soccer-Events ab. Vom derzeit vor Spielfreude nur so sprühenden Schneider ist ohnehin hinlänglich bekannt, daß er auch die leidige Sommerpause am liebsten damit verbringt, wahlweise englische Touristen am Strand schwindelig zu spielen oder sich aber beim Training seines Heimatvereins Carl Zeiss Jena einzufinden, um mal anzufragen, ob er denn mitspielen dürfe.

Die Ansammlung von Studenten, Buchhaltern und Inhabern von Sonnenstudios auf der Gegenseite war für Spieler seines Kalibers alles, aber kein ernstzunehmender Gegner. Die Topstars Michael Ballack und Miroslav Klose durften bereits zur Halbzeit (es stand 6:0) in der Kabine bleiben, mit dem beim VfB Stuttgart gerade ausgemusterten Thomas Hitzlsperger kam an ihrer Stelle der aktuelle Problemfall unter den Nationalspielern zu einer therapeutischen 45-Minuten-Sitzung und erzielte dabei zwei blitzsaubere Tore.

Nur für einen war der abendliche Kick nach gemütlicher Kaffeefahrt noch besser zugeschnitten. Lukas Podolski traf im Zwergenstaat gleich viermal. Zur Erinnerung: Seine ersten Meriten als Jung-Nationalspieler sammelte Podolski im Dezember 2004 mit zwei Toren beim 5:1 über durchschnittlich 1,60 Meter große Thailänder, der Durchbruch gelang ihm ein Jahr später mit drei Treffern beim 4:2 über das Weltklasseensemble der Chinesen. Das vom Boulevard angestimmte polyphone Gerede ob der Krise des exilierten Karnevalsprinzen ist nun postwendend verstummt.

Für den 21jährigen Neu-Münchner mit dem übersichtlichsten Wortschatz aller Fußballprofis war die Welt am Mittwoch abend dann auch ziemlich in Ordnung: "Wir wollten Tore machen. Ich bin immer besser drauf", plapperte er honigkuchenpferdchenhaft in die Mikros. Derart aufgepäppelt trat Podolski guten Mutes den Heimweg gen München an, wo ihn wieder der finstere Felix mit seinen Medizinbällen erwartet. Sollten sich die mühelos herausgeschossenen vier Buden gegen die "San Marinesen" (so Jens Lehmann weltgewandt) gar als Beginn einer neuen Strähne entpuppen, winkt am Wochenende gar erstmals der Einlaß in die für die FC-Bayern-internen Initiationsriten so bedeutsame Schickidisko P1.
7.9.06 12:01


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